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Deja Vu am Mittelrhein

Sonntag morgens, 5:00 Uhr, der Wecker klingelt. Blick aus dem Fenster. Oh nein! Tatsächlich keine Wolken in Sicht und Temperaturen bis 30 °C im Anmarsch. Kein guter Tag für einen Marathon!

Irgendwie wird das dem einen oder anderem Mutler bekannt vorkommen, sicher zumindest denjenigen, die auch bei der Premiere des Mittelrheinmarathons 2005 dabei waren. Eine Wiederholung solcher Verhältnisse war doch ziemlich unwahrscheinlich und so pries die Homepage des Mittelrheinmarathons noch wenige Tage vor dem Lauf, dass mit derart hohen Temperaturen dieses Jahr nicht zu rechnen sei. Aber weit gefehlt. Die Temperaturen waren genauso unerträglich, bestenfalls geringfügig kühler, soweit man das Wort kühl in diesem Zusammenhang überhaupt in den Mund nehmen darf.

Für die Anreise hatten wir uns dieses Mal eine andere Strategie überlegt, denn der Start wurde im Vergleich zum Vorjahr vorverlegt. Um etwas länger schlafen zu können sind Gaby, Ulli und ich mit dem Auto zum Startpunkt gefahren und hinterher mit dem Zug zurück nach Oberwesel. Da wir jedoch auf dem Rückweg sowohl den Shuttlebus zum Bahnhof als auch den Zug jeweils knapp verpasst haben, kostete uns dieser Weg am Nachmittag erheblich mehr Zeit als wir morgens gewonnen hatten. Allerdings ist es auch ganz interessant, nach einem Marathon die gleiche Strecke noch einmal im Zug abzufahren. 42 km sind doch eine ziemlich lange Strecke.

Lang werden die 42,195 km (um genau zu sein) insbesondere dann, wenn es wolkenlos, heiß und absolut windstill ist. Genau mit diesen Bedingungen hatte man 2006 zu kämpfen. Und auch trotz regelmäßigen Trinkens wurde der Lauf gegen Ende eine echte Qual und nur die Aussicht auf den nächsten Getränkestand hielt einen am Laufen. Die Strecke selbst hat mir übrigens auch in diesem Jahr nur bis zum Halbmarathon wirklich gut gefallen. Auch die Anzahl der Zuschauer hat sich gegenüber dem Vorjahr nicht erhöht (eher verringert würde ich sogar sagen) und so waren die Läufer viele lange Abschnitte unter sich.

Erheblich verbessert wurde allerdings die Verpflegung auf der Strecke. Außer warmen Wasser, was mir bereits nach kurzer Zeit nicht mehr schmeckte, gab es bei jeder zweiten Station auch Elektrolytgetränke, Müsliriegel und Bananen. Gegen Ende war sogar Cola und Red Bull (für die ganz Harten) zu finden.

Was leider überhaupt nicht passte, waren die Kilometermarkierungen. Kilometerzeiten zwischen unter drei Minuten und bis zu acht Minuten (und das nicht kurz vor Schluss) ließen einen Lauf nach Zeitplan nicht zu. Aber bei den Temperaturen war das Laufen nach Körpergefühl ohnehin besser. Auch wenn das nicht allen gelang und mal wieder einige Teilnehmer kollabierten. Die erste Hilfe für eines dieser Hitzeopfer hat Gaby wohl eine neue Bestzeit gekostet.

Im Ziel angekommen konnte man ebenfalls Verbesserungen gegenüber dem Vorjahr bemerken. Mehr Getränke und Obst wurden gereicht, so dass nicht nur diejenigen versorgt wurden, die warmes Wasser und Red Bull vertragen können. Nach einer Massage und etwas Ruhe konnten wir auf den Ergebnislisten sehen, dass wir alle ganz gut abgeschnitten haben. Ach ja, die Kleiderbeutel lagen übrigens wieder frei zugänglich und ziemlich durcheinander herum.

Fazit: Bei niedrigen Temperaturen kann man am Mittelrhein sicher gute Zeiten laufen, denn der Kurs ist ziemlich flach und die Strecke breit genug. Lediglich am Ende sind ein paar Steigungen zu meistern. Na ja, Steigungen ist vielleicht etwas übertrieben, aber mir fehlt ein passenderes Wort. Bei den traditionellen Wetterbedingungen ist der Lauf jedoch eine ziemliche Quälerei und das bei recht hohem Zeitaufwand für An- und Abreise.

Aber da es für uns sozusagen eine Serie ist, hier mein Tipp für 2007:

Sonntag morgens, 5:00 Uhr, der Wecker klingelt. Blick aus dem Fenster. Oh nein! Tatsächlich keine Wolken in Sicht und Temperaturen bis 30 °C im Anmarsch......

Volker